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Die Klever Straßennamen und ihre Geschichte

Hasenberg

(Straßen-) Verbindungen: Fischmarkt, Große Straße, Küfenstraße, Grüner Heideberg

aus: Ernst Hannen - Ich denke oft an Cleve - Erinnerungen mit alten Ansichtskarten (Kleve, Janßen-Druck GmbH, 1994)
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aus: Ernst Hannen - Ich denke oft an Cleve - Erinnerungen mit alten Ansichtskarten (Kleve, Janßen-Druck GmbH, 1994)
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Auf der linken Straßenseite sehen Sie das Haus des Schneidermeisters Otto Röhl, die Fahrradhandlung daneben gehörte der Witwe von Clemens Brohl. Dann folgt die heute in Kleve noch bestehende Buch- und Schreibwarenhandlung von Josef Feldkamp (heute in der Hagschen Straße), die Werkstatt des Schreinermeisters August Pelzer und ganz oben mit dem Turm, die schöne Villa der Familie Pelzer. Die Aufnahme wurde im Jahre 1909 erstellt. (1) 

Auch aus dem Jahr 1909 stammt diese Ansichtskarte. Das Eckhaus zum Fischmarkt (Bildmitte rechts) stellt die "Einhorn Apotheke" von Eduard Sax dar. Ein Haus höher liegt der Musik-Verlag "Melodie" von Rudolf Andersch. Das Gebäude mit dem Hinweisschild war die Praxis des Dentisten Paul Richrath und in dem  Gebäude vorne links lebte der Herrenkleidermacher Wilhelm Giesen. (2) 

"Diese alte Straße kommt bereits im 15. Jahrhundert unter dem Namen Haselbergh vor. Scholten führt den Namen auf Hasel- oder Haselnußstrauch zurück und nimmt an, dass in alten Zeiten der Berg mit derartigen Sträuchern bewachsen gewesen ist. ... Zu erwähnen bei dieser Straße ist, dass die frühere Lateinschule der Vorläufer des heutigen Gymnasiums, nach ihrer Verlegung aus der Wasserstraße, eine Reihe von Jahren sich oben am Hasenberg befunden hat." (3) 

Der Hasenberg ist eine steile Stege, die vom Fischmarkt in die "Altstadt" führt. Im Bild links oben sieht man einen Knick im Straßenverlauf, an dieser Stelle befand sich die Pforte in der Altstadtmauer. "Der Hasenberg ist die einzige Straße, die die alte Stadtmauer zwischen Mitteltor und Heideberger Tor kreuzt. Zudem steht diese Straße offensichtlich in naher Beziehung zur Kirchstraße ... (denn durch die Pforte war) eine kürzere Verbindung des Heidebergs (Anm.: dort lag die Altstadt) mit der Pfarrkirche auf dem Kirchberg und mit der Burg (möglich), als sie der Umweg über Kloppberg und Mitteltor bieten konnte." (4)

Erwähnenswert ist noch, dass in dem Haus das bergauf links in Höhe des Knicks liegt, der Maler Matthias Tinthoff gewohnt hat. Der Achtzehnjährige lebte dort im Jahre 1812 mit seinen verwaisten Brüdern. In den zwanziger Jahren war er der einzige eingesessenen Maler in Kleve. Dieser einzige Maler hätte vielleicht hungern müssen, wenn er nicht von Vater und Großvater das für Notzeiten aussichtsreichere Handwerk des Glasers übernommen hätte. (5) "Den Haushalt führte damals ... (die) Schwester Marie, die mit dem Schreiner Heinrich Klombeck verheiratet war. Ihr Sohn Johan - Bernhard Klombeck (1815 - 1893) ist hier geboren. (6)

In der Villa auf dem "Gipfel" des Hasenbergs "wirkte einst Franz Ludwig Pelzer (1819 - 1884), Begründer der mit dem Kirchenbau von Düffelward (1852) anhebenden klevischen Neogotik. (7)

Historische Gebäude findet man heute nicht mehr am Hasenberg. Die Zerstörung durch die Luftangriffe betrug 100 %! Der Neuaufbau verlief - wie nahezu überall in Kleve - ohne Bereitschaft die Schönheit des Alten zu rekonstruieren und war geprägt durch stilllose Nüchternheit. Es bleiben also auch hier nur die Fotografien und am Scheitelpunkt zur Küfenstraße der unverbaute Blick auf den Schwanenturm. 

Fußnoten:

1) Ernst Hannen: "Ich danke oft an Cleve. Erinnerungen mit alten Ansichtskarten", Seite 83, Janßen-Druck GmbH, Kleve, 1994

2) siehe 1)

3) Gerhard Hunscheidt: "Die Clever Straßennahmen und ihre Geschichte nach archivarischen und anderen Quellen", Seiten 54 u. 55, Verlag von Frau Boß Ww., Kleve, 1925

4) Friedrich Gorissen: "Historische Topographie der Stadt Kleve", Seite 100, Boss-Verlag, Kleve, 1992

5) Friedrich Gorissen: "Kalender für das Klever Land, 1958", Seiten 29 bis 39, Boss-Druck, Kleve, 1957

6) Friedrich Gorissen: "Kleve so wie es war", Seite 56, Droste-Verlag GmbH, Düsseldorf, 1977

7) siehe 6)

 

Fotografien vom Hasenberg (18. April 2002)

 


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Der Hasenberg - links die monotone Fassade der Rheinischen Post Das "schönste" Objekt in der Straße: Das Modegeschäft von Antje K.. Reizvoll die Treppen - in etwa hier verlief die alte Stadtmauer und wohnte der Maler Tinthoff Bei besseren Wetter natürlich noch schöner: Der Schwanenturm Hier sieht man den "Knick"

 

zuletzt bearbeit am 19.12.2004