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Die
Klever Straßennamen und ihre Geschichte
Herzogstrasse
(Straßen-)
Verbindungen: An der
Münze, Bahnhofstraße, Grabenstraße,
Minoritenstraße, Opschlag, Werftstraße
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Auf dem Gelände des niedergelegten Hotels "Goldener Adler", einst einer der bedeutendsten Gasthöfe der Unterstadt, entstand sogleich nach der
Jahrhundertwende diese mächtige Häuserzeile. Vorne links, der Eingang zum Kinematographentheater mit den ersten Anfängen der später nebenan erbauten "Clever Lichtspiele". Auf der anderen Straßenseite
das Verkaufshäuschen des an der Tiergartenstraße wohnenden Klever Photographen und Malers Josef
Gudden. (Aufnahme von 1906) |
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Kloster- und Große Straße, von der Herzogbrücke (um 1912). Der Gebäudekomplex links (siehe auch vorherige Erläuterung) steht auf der ehemaligen Neesenschen
Besitzung oder auch Tillsche Besitzung. Dieses Gelände "hatte ursprünglich den Klever Grafen zugehört, die sie an die Familie von Till als Lehensgut übertrugen. Etwa um 1655 verzog der letzte Besitzer von
Till nach Gennep und die Besitzung kam dann in die Hände von Privatpersonen, nachdem sie vorübergehend eine Zeitlang der Stadt Cleve gehört hatte. Über 150 Jahre war die Besitzung ein Gasthof, im Jahre 1845
"Zum goldenen Adler" genannt. Von dem letzten Wirte, er hieß Leonhard, kaufte der Hauptmann a. D. Neesen aus Dortmund im Jahre 1857 das Haus mit Garten. ... (Er erbaute die alte Gasfabrik) auf dem heutigen
Gelände des Stadtbades, die mit dem 1. Januar 1878 in den Besitz der Stadt überging." (1) |

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Die Herzogbrücke - ca. zehn Jahre nach ihrer Fertigstellung (um 1913) - verbindet die obere mit der unteren Herzogstraße. Auch dieses Gelände gehörte zu ehemaligen Neesenschen Besitzung. Auf
dem Bild sehen Sie Kleves erstes Kino, die "Skala". Die Eröffnung fand am 13. Juli 1912 statt. Zwei Jahre später marschierte das III. Bataillon IR 56 über die Brücke
zum Bahnhof geradewegs in den Ersten Weltkrieg hinein. |

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Diesmal ein Blick in umgekehrter Richtung: Die untere Herzogstraße von der neuen Brücke (um 1914). Die Geschichte dieser "jüngeren" Straße "hängt
enge mit dem Bau einer zweiten Brücke über den Spoykanal zusammen. Infolge der gesteigerten Verkehrsverhältnisse war die Notwendigkeit des Baues eines weiteren Straßenzuges mit einer Brücke über den Kanal
bereits in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts (19. Jahrhundert) erkannt worden. ... Die eine Ansicht ging dahin, die Brücke im Zuge der Hafenstraße nach dem Opschlag anzulegen, die andere war für die
Errichtung der Brücke im Zuge der früheren Badstraße über die Neesensche Besitzung nach der Klosterstraße hin, wodurch der Verkehr in gerader Richtung nach der Stadt ermöglicht werden sollte." (1)
"Im Hinblick auf das klevisch-preußische Jubiläum von 1909 und den erwarteten Besuch des Kaisers und Herzogs von Kleve, Wilhelm II., erhielt die Brücke den Namen
Herzogbrücke, die vom Bahnhof in die Stadt führende Straße den Namen Herzogstraße. An der alten Badstraße hatte nur ein einziges Haus gestanden, das Haus des
jüdischen
Tierarztes Dr. Wolff an der Bahnhofsecke. Nun nach dem Bau der Brücke, wuchs schnell eine Geschäftsstraße heran." (2)
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Im Bild erneut die untere Herzogstraße. Etliche Häuser haben die Kriegszerstörungen fast unbeschadet überlebt, wie das Haus des Tierarztes Dr. Max Wolff (das
Gebäude an der hinteren linken Straßenecke). Als weitere ehemaligen Anlieger der Straße seien genannt: Hotel-Restaurant Hohenzollern, Korbwaren
Kreikamp, die Fahrradhandlung Hermsen, Zigarren Pontzen und das
Modegeschäft Sucher. Heute hat sich hier eine bemerkenswerte Auswahl alternativer Fachgeschäfte angesiedelt. Die Straßengemeinschaft organisiert
jährlich zum Stadtfest am letzten Sonntag im September einen Büchermarkt, der den gesamten Straßenzug einnimmt. |

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Die linke Straßenzeile der Herzogstraße in Richtung Bahnhof um 1912. An der einstigen Badstraße erbaute der Gastwirt Theodor Flücht im Jahre 1909 sein
"Hotel-Restaurant Hohenzollern", den späteren "Europäischen Hof". Im nächsten ebenfalls neu erbauten Haus unterhielt Karl Kreikamp eine Korbwarenhandlung. Das Eckhaus im Hintergrund gehörte
dem Tierarzt Dr. Wolff. Er war Jude und wanderte mit seinen beiden Töchtern vor dem Zweiten Weltkrieg nach England aus. |
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Fußnoten:
1) Gerhard
Hunscheidt: "Die
Clever Straßennahmen und ihre Geschichte nach archivalischen und anderen
Quellen", Seite 58ff, Verlag von Frau Boß Ww., Kleve, 1925
2) Friedrich Gorissen: "Kleve
so wie es war", Seite 26f, Droste-Verlag GmbH, Düsseldorf, 1977
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Fotografien von der Herzogstraße
(01. Oktober 2002)
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