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Die Klever Straßennamen und ihre Geschichte

Kirchstrasse

(Straßen-) Verbindungen: Große Straße, Fischmarkt, Hagsche Straße, Kleiner Markt

Ernst Hannen: "Ich denke oft an Cleve - Erinnerungen mit alten Ansichtskarten", Seite 104, Janßen-Druck GmbH, Kleve, 1994
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Der kleine Markt, von der Stiftskirche (um 1935) (Ausschnitt) - Friedrich Gorissen: Kleve so wie es war (Düsseldorf, Droste Verlag GmbH, 1977)
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Die Seilerei Bauer in der Kirchstraße (um 1935) - Friedrich Gorissen: Kleve so wie es war (Düsseldorf, Droste Verlag GmbH, 1977)
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"Vom alten Fischmarkt aus aufgenommen, einmal mehr eine besonders schöne Ansichtskarte aus dem Verlag von Josef Labs. 

Wenn im alten Kleve auf dem Wochenmarkt rund um das Lohengrindenkmal die Standplätze nicht ausreichten, wich man nicht nur auf die Goldstraße, sondern auch noch, wie auf dieser Ansicht zu sehen ist, auf die Kirchstraße aus. In dem Eckhaus unten an der Kirchstraße hatte der Uhrmacher Gerhard Hünnekes schon vor der Jahrhundertwende das Uhrengeschäft von seinem Vater übernommen. Auf der anderen Straßenseite, vorne links am Bildrand, das Herren- und Knabenbekleidungshaus von Siegfried Rosenthal und dann dahinter, die Schlosserei und Eisenwarenhandlung von Martin Breuer. Im dritten Haus, hier gerade noch zu sehen, befand sich zu jener Zeit das Photoatelier des bekannten Klever Hofphotografen Wilhelm Ballizany." (1)

Der Kleine Markt, von der Stiftskirche (um 1935)

Der Bildausschnitt ermöglicht einen Blick in den oberen Teil der Kirchstraße.

 

Die Seilerei Bauer in der Kirchstraße (um 1935) 

Dies ist die Ladenzeile des Hauses, das im linken Bild durch den roten Pfeil markiert ist. Im Textteil erfahren Sie mehr über die Bewohner.

 

Zweifelsohne ist dies eine der ältesten Straßen der Stadt. Sie stellt die Verbindung der Altmarktsiedlung (die Siedlung um den Kleinen Markt, der im Mittelalter der Alte Markt hieß) mit der Rheinniederung her. 

Der Name Kirchstraße setzt eine Siedlung unterhalb des Mitteltores - die Kernzelle der eigentlichen Stadt Kleve lag im Bereich der Großen Straße und des Großen Marktes -  voraus, die durch diese Straße mit der (Pfarr-) Kirche verbunden wurde. Die Bebauung der Siedlungslücke fand wohl schon zu Beginn des 14. Jahrhunderts statt. (2)

Das Haus, auf das der rote Pfeil im oberen Bild hinweist, beherbergte im 15. und 16. Jahrhundert die Klever Patrizierfamilie Raet. "Die Erbin Gertrud Raet heiratete im Jahre 1613 den Diamantenschneider Peter Minuit. Hier blieb sie, das gemeinsame Vermögen und das Archiv ihres Mannes verwahrend, als dieser sich im Jahre 1624 auf die Reise nach Amerika begab; er landete im Juli 1625 am Hudson und gründete auf der Insel Manhattan die Kolonie Neu-Amsterdam, das heutige New York." (3)

Einige Häuser weiter unterhalb lag das Geburtshaus von Govaert Flinck (1615 - 1660), einst Amsterdams gefeierter Bildnismaler. (4)

Das Foto wurde der Internetseite der  Neue Mitte GmbH & Co. KG, Bensdorpstrasse 14, 47533 Kleve entnommen (http://www.neue-mitte-kleve.de/de/ertrag.html).
Das Gebiet der "Neuen Mitte" von Kleve ist rosa hervorgehoben. Im unteren Bereich sieht man die Kirchstraße. Zwischen Kirchstraße und Hagsche Str. entsteht die Kirchberggalerie.

Die Kirchstraße ist heute, nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs, eine "langweilige" Verbindungsstraße zwischen Innenstadt und Kleiner Markt. Die Stadt hat durch die Neugestaltung des Kleinen Marktes mit dem Narrenbrunnen und der gelungenen Erneuerung der Wegedecke Vorleistungen erbracht. Bei den Planungen zur "Neuen Mitte" ist es vorgesehen eine Verbindung zwischen Hagsche Straße und Kirchstraße zu schaffen: "In unmittelbarer Nachbarschaft zum Hagschen Hof entsteht als zweites Hauptelement der Neuen Mitte die Kirchberggalerie. Dieser weitläufige Gebäudekomplex verbindet wie eine Querspange die Haupteinkaufsstraße der Mittelstadt, die Hagsche Straße, mit dem historischen Kirchberg.

In dem mehrstöckigen Bauwerk entstehen attraktive Einkaufsflächen und gehobene Wohnungen. Auch in der Kirchberggalerie werden die topografischen Gegebenheiten der Hanglage liebevoll aufgegriffen. Trotz der Lage am steilen Kirchberg sind die Geschäftsflächen in den beiden Untergeschossen in zwei Richtungen offen, profitieren von Eingängen an zwei gegenüberliegenden Einkaufsstraßen: der Hagschen Strasse und der Kirchstrasse. Der Galeriecharakter der Innenräume integriert die Höhenunterschiede." (5)

Fußnoten:

1) Ernst Hannen: "Ich denke oft an Cleve - Erinnerungen mit alten Ansichtskarten", Seite 104, Janßen-Druck GmbH, Kleve, 1994

2) Friedrich Gorissen: "Historische Topographie der Stadt Kleve", Seiten 117 u. 118, Boss-Verlag, Kleve, 1992

3) Friedrich Gorissen: "Kleve so wie es war", Seite 60, Droste-Verlag GmbH, Düsseldorf, 1977

4) sieht 3) Das Geburtsjahr von Govaert Flinck wurde korrigiert.

5) Neue Mitte GmbH & Co. KG, Bensdorpstrasse 14, 47533 Kleve, Internetseite  http://www.neue-mitte-kleve.de/de/neue.html vom 10. April 2002 

 

Fotografien von der Kirchstraße (09. April 2002)

 

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Blick vom Kleinen Markt in den oberen Bereich der Kirchstraße Hier soll eine Passage entstehen, die eine direkte Verbindung zur Hagschen Straße schafft. Blick in Richtung Stiftskirche Blick vom Fischmarkt in die Kirchstraße

 

zuletzt bearbeit am 22.12.2004