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Die Klever Straßennamen und ihre Geschichte

Kloppberg

(Straßen-) Verbindungen: Große Straße, Küfenstraße, Schwanenstraße

aus: Friedrich Gorissen - Kleve so wie es war (Düsseldorf, Droste-Verlag GmbH, 1977)
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aus: Ernst Hannen - Ich denke oft an Cleve - Erinnerungen mit alten Ansichtskarten (Kleve, Janßen-Druck GmbH, 1994)
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Die Reformierte Kirche, vom Kloppberg (um 1900)

Jan de Beijer: Die Klever Schwanenburg vom Kloppberg aus gesehen, 1745. Aquarellierte Federzeichnung, 203 x 242 mm. Kleve, Museum Kurhaus Kleve

Die Reformierte Kirche, vom Kloppberg (1904)

Oben auf dem Kloppberg hat eine städtische Glocke gehangen, die genutzt wurde um auf Gefahren, wie z. B. Feuer, Sturm oder den Angriff feindlicher Truppen, hinzuweisen. Der Standort wurde  - vermutet Gorissen - bald nach der Stadterweiterung (nach 1341) vom Kloppberg aufs Mitteltor verlagert, da sich dort nunmehr das neue Zentrum der um das Hagsche Viertel erweiterten Stadt befand. (1)

Diese Glocke hat der Straße auch ihren Namen gegeben: Die Bezeichnung Klockberg soll bereits im 14. Jahrhundert vorgekommen sein. Damit gehört die Stege zu den ältesten der Stadt. (2) Erst um 1800 bürgert sich der Name Kloppberg ein; "etwa um 1818 - 1831 heißt die Straße Klobberg. Im Jahre 1836 wird der Name Klopberg geschrieben und seit 1881 Kloppberg... ." (3). Niederrheinische Bequemlichkeit in der Aussprache sollte damit der Grund für diesen Wandlungsprozess sein. Mangelnde Geschichtskenntnisse und die Tatsache, dass der Begriff "Klopp" im Klever Sprachgebrauch die Bezeichnung für das Pförtnerhäuschen der Minoritenbrüder darstellt - "ein klein Häusgen, worin eine Kloppe wohnt"; hier soll der Ausdruck wohl soviel wie Pförtnerin oder Glöcknerin bedeuten (4) - werden die Veränderung von Klock- zu Kloppberg unterstützt haben. 

Bis zur völligen Zerstörung dieses Straßenzuges im Zweiten Weltkrieg hatte der Kloppberg noch seinen stufenförmigen Aufgang. Diese "Stuppen" genannten Treppenstufen findet man heute noch am Hasenberg (Foto). Die Stuppen des Kloppbergs sind auf den oberen Fotos gut zu erkennen. 

Am Kloppberg befand sich das Haus von Johan - Matthias Steinort, der dort in den Jahren der ersten Republik eine Verlagsbuchhandlung gründete, die von Friedrich Char zum bedeutendsten Haus des Kleverlandes weiterentwickelt wurde. (5) 

Eine Aufwertung dieser Straße mitten in der Stadt wäre wünschenswert. Dies könnte gelingen, indem man städtischerseits wieder Stufen errichten und den Bereich des "Großen Marktes" beleben würde. Damit wäre ein Anreiz für Passanten gegeben, von der Großen Straße aus eine kurze "Bergwanderung" zu starten. Auch das Trümmergrundstück bergauf rechts sollte schleunigst bebaut werden, z. B. mit einem Bistro von dem man den schönen Blick auf die Burg genießen kann!

Fußnoten:

1) Friedrich Gorissen: "Historische Topographie der Stadt Kleve", Seite 81, Boss-Verlag, Kleve, 1992

2) Gerhard Hunscheidt: "Die Clever Straßennahmen und ihre Geschichte nach archivalischen und anderen Quellen", Seiten 70 u. 71, Verlag von Frau Boß Ww., Kleve, 1925

3) siehe 2)

4) siehe 2)

 

Fotografien Kloppberg (18. Juni 2002)

 

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Der "klassische" Blick auf die Schwanenburg Die Reformierte Kirche in der Großen Straße fehlt, doch die Häuserzeile rechts wirkt (!) wie "natürlich gewachsen"... ... die gegenüberliegende Straßenseite zeigt jedoch nach wie vor die Wunden des II. Weltkrieges. Der Kloppberg von der Großen Straße aus gesehen.

 

zuletzt bearbeit am 28.12.2004