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Der
westliche Teil des Opschlags um das Jahr 1940 auf einer
Ansichtskarte. Links von der Schwanenburg: das
Finanzamt. |
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Die
Klever Straßennamen und ihre Geschichte
Opschlag
(Nachrichtensammlung
zur Unterstadtentwicklung ab 13.12.2008)
(Straßen-)
Verbindungen: Alte Brücke, Bensdorpstraße, Brücktor, Grabenstraße,
Herzogstraße, Werftbrücke
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Spoykanal und neue Brücke, die "Herzogbrücke" (um 1930) - Der Betrachter steht auf der alten Brücke am Brücktor und schaut in Richtung Kellen.
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Der alte Klever Hafen, der auf eine sehr lange Entwicklungsgeschichte zurückblicken kann, reichte in früherer Zeit, wie auch diese Aufnahme aus dem Jahre 1904 verdeutlicht,
bis an die "Alte Brücke" heran. Links am Opschlag hatte sich schon früh eine von der Schifffahrt abhängige Industrie angesiedelt. Vor allem waren es die holländische Öl- und Leinkuchenfabrik "Noury &
van de Lande", die später nach Emmerich übersiedelte, und die Präservenfabrik "Rhenania". Mit Kohlen, Holz und Baumaterial sowie mit künstlichen Düngemitteln war die Firma der Gebrüder Sack hier
ebenfalls von Bedeutung.
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Die
Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg verschonte auch den Opschlag nicht. Beim Wiederaufbau (siehe
unten) veränderte sich die Gestaltung
dieses Stadtgebietes grundlegend.
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Diese Fotografie zeigt neben der Herzogbrücke das neue Kino "Skala" (links von der Straßenbahn, die "Elektrische" genannt). Es wurde am 13. Juli 1912
eröffnet. Am Bildrand rechts erkennt man ein typisches Wohnhaus am
Opschlag. Im Garten wurde Obst und Gemüse für den Eigenbedarf angebaut.
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Der "Schüsterkes Brunnen" auf einer Ansichtskarte - wahrscheinlich aus dem Jahre um 1960 - wurde von Walter Brüx geschaffen. Der
"Beltermann"
war, wie der wiederaufgebaute Schwanenturm, Symbol für den Willen der gesamten Bevölkerung, dass Kleve wieder das werde, was es früher gewesen sei.
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Burg
und Steinbrücke vom Opschlag, um 1685: Hinter der Brücke,
am Ende der Rheinmauer, das Haus des Dr. Weyer. Links
davon: die Holzbrücke; rechts darüber: der Prinzenhof.
Auf der Höhe die Nassauer Allee. Das Haus Bellevue ist
noch nicht erbaut.
Jan
van Call d. a., Kupferstich, 153 x 194 mm, Conspectus
Berolini et Cliviae, 87 |
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Der Blick ist vom
Opschlag, ein wenig unterhalb der Herzogbrücke. Rechts von den Türmen der Stiftskirche ist der Dachreiter der Reformierten
Kirche zu sehen. Wegelin stand an derselben Stelle, von der im Jahre 1745
Jan de BEYER den Blick auf Stadt und Burg gezeichnet hatte. Der Punkt war - wie alte Ansichtskarten zeigen - sehr beliebt. Das hohe Gebäude mit dem Treppengiebel rechts ist das alte
Tillsche Haus, damals »Der goldene Adler« genannt; das Besitztum erwarb 1857 Hauptmann a. D.
Neesen, der Gründer der ersten klever Gasfabrik. Davor steht - aus keiner anderen Abbildung bekannt - eine hübsche Teekuppel im holländischen Geschmack des 18.
Jhs; sie ist bei Jan de
Beyer (1745) noch nicht zu sehen. Vorn am Wasser ist die Holzbleiche. Das große Gebäude links war der
Lommert; er lag an der Klosterstraße auf dem Grundstück neben der 1906 erbauten Reichsbank. Die Häuser in der Mitte sind alle erst nach 1905 abgebrochen und durch die Bauten an der neuen Herzogstraße ersetzt worden. Von der Großen Straße sind die ansteigenden Dächer zu sehen. Am Hang des Burgberges ist noch das Gartenhaus von
Bogerts-Bank. Ganz links auf der Höhe ist der Prinzenhof.
Eine schöne, eine stille Stadt. Es ist die Stadt, in der B. C. Koekkoek seine stillen Landschaften malt. Fischer werfen ihr Netz aus; und das Wasser ist so klar,
dass die Frauen darin die Wäsche waschen.
Friedrich Gorissen im Klever Heimatkalender auf das Jahr 1973 |
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Adolph
Wegelin - Die klever Schwanenburg vom Opschlag (um 1840)
Aquarell
407 x 294 mm, Potsdam, Neues Palais (Plankammer) 3584. |
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In den letzten zwei Jahrhunderten sind die Veränderungen im Erscheinungsbild - sieht man von den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges ab - in keinem Bereich der Stadt Kleve
gravierender verlaufen, als im Umfeld des Opschlags. Von einer ruhigen Stadtrandlage mit kleineren Häusern und großen Gärten, die zum Anbau von Obst und Gemüse für den Eigenbedarf genutzt
wurden, entwickelte sich der Opschlag zu einer an der Peripherie der City gelegenen Hauptverkehrsachse.
Die Geschichte des Opschlags beginnt in den zwanziger Jahren des 15. Jahrhunderts. Während der Regierungszeit des ersten Klever Herzogs Adolf I. wurde der Spoykanal - nach
Utrechter Vorbild - geschaffen. Damit verfügte die Stadt wieder über eine
lebenswichtige Anbindung an den Rhein. Der Spoykanal gehört lt. Gorissen zu den ältesten Wasserstraßen in Westdeutschland, wenn er nicht überhaupt älter ist als
alle anderen. Der "Opslag" war der Platz am Ufer, an dem die von den Schiffen herangebrachten Güter (mittelst Hebekran oder von Hand) aufgeschlagen
wurden.(1)
"Der Ausdruck Opschlag ist herzuleiten von Opslach oder Opslaan, was soviel wie ophoffen und ein- und ausladen bedeutet. ... Als älteste auffindbare Bezeichnung ergibt sich im Protocollum Panperum von 1653/54 die
Bezeichnung "aufm Aufschlag" (Anm.: In der Senhemsche Karte von 1650
(zur Orientierung: links unterhalb der Burg)
findet sich bereits drei bis vier Jahre früher die Bezeichnung Opschlag) . Im Jahre 1721 heißt die Straße
"Aufschlag".(2)

Da das
Gelände als zu feucht galt,
setzte eine intensive Erschließung des Opschlags, der außerhalb der Stadtmauern lag, erst Ende des 19. Jahrhunderts ein.
Über die Jahrhunderte verbot das alte Stadtrecht eine Bebauung und Bepflanzung des Gebietes, um nicht die Schifffahrt zu beeinträchtigen. Daher war der Opschlag ursprünglich öffentliches Gebiet und städtisches Eigentum, das
nach und nach an Private veräußert worden ist.
Die Firma Sack errichtete 1772 in der Nähe der städtischen Werft (siehe links "Ausschnitt aus dem Pharus Plan")
eine königliche Brauerei. "Dort wurde ein allbeliebtes Bier gebraut, das bis dahin in erheblichen Mengen aus Nymwegen eingeführt worden war. ... Um 1780 wurde das Unternehmen eingestellt. Das Gebäude wurde im
Obergeschoss von da ab als Theatersaal benutzt, während unten Stallungen eingerichtet wurden, wodurch die Besucher des Obergeschosses nicht wenig belästigt wurden."
(2)
Im Laufe der
Industrialisierung beschleunigt
sich der Bebauungsprozeß, so dass an dieser Stelle Kellen mit Kleve zusammenwuchs.
In den Jahren 1903 bis 1905 wurden
die Neue Brücke ("Herzogbrücke") und Herzogstraße gebaut und so der neue Eingang zur Stadt geschaffen. Im dem o. a. Pharaus Plan ist der Straßenverlauf bis zum Zweiten
Weltkrieg ersichtlich. Das Erscheinungsbild des Straßenzuges hat sich mit dem Wiederaufbau deutlich verändert. Werft und Hafenbecken (heute Parkplatz und Standort des Baumarktes
Swertz) wurden mit dem Trümmern der zerstörten
Stadt aufgefüllt, die Rampenbrücke errichtet und anstelle eines abgerissenen Industriegebäudes ("Hokovit") ein weiterer Parkplatz errichtet.
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Klever
Verkehrspavillon. 1953. Dieses Gebäude neben der
Herzogbrücke wurde im Rahmen des Wiederaufbaus
als Ersatz für einen im Krieg zerstörten
Pavillon in der Nähe des Bahnhofs errichtet, nach
einem Plan des städtischen Architekten M.A. Butz.
Anfang der 1980er Jahre wurde es
abgebrochen.
Aufnahme:
Fritz Getlinger. |
Am 29.12.2004
schrieb ich: Seit dem Jahr 2002 findet ein weiterer Umbau des Areals statt. Im Rahmen der
Unterstadt- und Minoritenplatz-Bebauung
wird der Opschlag endlich aufgewertet und deutlich verkehrsberuhigt. "Hierbei ist daran gedacht, den vorhandenen Gebäuden eine zusätzliche überbaubare Fläche im vorderen Bereich zu geben, um ggf. Wintergärten oder
sonstige Vorbauten (Arkaden) zu ermöglichen, was zum einen die Attraktivität der Gebäude und der Lage erhöht, zum anderen den ansonsten nicht zu nutzenden Raum zwischen Gebäude und Wasser deutlich einengt. In diesem Bereich
sollte zwischen den Gebäuden und der Erschließungsstraße eine Art Promenade geplant werden, die über eine ausreichende Breite verfügt, um beispielsweise Außengastronomie aufnehmen zu können. Die Straße selbst ist auf ein
Minimum zu reduzieren. Ggf. kann auf die Unterbringung eines Bordsteines verzichtet werden, um einen Platzcharakter zu unterstreichen. Die Fläche zwischen Straße und Wasser ist als Grünanlage mit hoher Aufenthaltsqualität
anzulegen. Hierbei ist insbesondere an die Integration von Treppen- oder Steganlagen gedacht, um den Faktor Wasser in die Gestaltung zu integrieren. Zu überlegen wäre auch, hier dauerhaft ein historische Schiff z.B. als
Restaurant, zu vertäuen." (3)
Nun,
gut fünf Jahre weiter ist der Plan Wirklichkeit geworden.
Die Umsetzung der guten Vorsätze ist misslungen!
Wieder eine vertane Chance!
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