moritzpark.1970er.jahre.jpg
1053.41 KB

Aufnahme um 1970

Der Moritzpark ist eine "gewöhnlichen" Grünfläche.

© Karola Koenen, Borselstege 1, Kleve

zurück zur Einstiegsseite

zurück zur Einstiegsseite

DER LUSTGARTEN (MORITZPARK) UM 1700

aus: Dr. Friedrich Gorissen - Niederrheinischer Städteatlas, 1. Heft "Kleve", Kleve 1952, Seite 72

Romeyn de Hooghe hat Radierungen von dieser prächtigen Anlage angefertigt. Mit einem Mausklick auf den gewünschten Ausschnitt werden diese angezeigt. Nähere Erläuterungen erhalten Sie, wenn diesem Link folgen.

1. Prinzenhof
2. Stallung
3. Orangerie mit den 12 Marmorbüsten der Oranier (Franz Dieussart)
4. Teehaus und Gärtnerei
5. Nassauertor (1671)
6. Parquet (Blumengarten)
7. Architektonischer Abschluss des Parquets gegen den Baumgarten
8. Haupttor an der Nassauer Allee mit der durch Pilaster gegliederten Mauer; in den Nischen stehen Orangen- und Taxusbäumchen
9. Der Baumgarten mit den hohen, geschorenen Hecken
10. Irrgarten (Doolhof) mit 4 steinernen Bögen von der Art des Hauptportales und 4 Torhallen mit Sitzbänken im Innern; in der Mitte lebensgroße Plastik (Venus?)
11. Parkmauer und 3 Nischen in den Achsen der Hauptwege mit lebensgroßen Mamorstandbildern antiker Gottheiten
12. Großer Rundspiegel
13. Hohe Fichtenhecke, welche die Anlage gegen den Ostwind schützt und zugleich statt einer Mauer abschließt; gegenüber dem Hauptportal ein steinerner Bogen
14. Kermisdalhang mit wildwachsendem Gehölz, versteckten Grotten und Gartenhäuschen
15. Grotte unterm Prinzenhof

 

Im Jahre 1652 ist der Grund und Boden mit den Gründen des Alten Parkes enteignet worden. Der Palantsturm, vom Kurfürsten erworben und dem Grafen von Nassau als Statthalterei zugewiesen, dient diesem als Dienstwohnung. Es ist kein Zufall, dass gerade hier 1652 ein Stück der Stadtmauer einstürzt. Johan Maurits hat allerdings zunächst nur an eine Begräbnisstätte am Kermisdahlhang gedacht und dort auch jenes kleine Gartenhaus erbauen lassen, das noch im Park des 18. Jhs. stand. Erst als Pieter Post an Stelle des wohl noch spätromanischen Turmes den Prinzenhof im holländischen Landhausstil erbaut, wird auch der benachbarte, von Allee und Kermisdahl eingeschlossene Teil des Alten Parkes in die Planung einbezogen. Am 14. März 1664 erwirbt der Prinz vom Kurfürsten das 1,115 holl. Morgen große Grundstück auf der Höhe, dazu den ganzen bewaldeten Kermisdahlhang, für die Anlage eines Lustgartens. Von dem reichen gärtnerischen und architektonischen Schmuck dieses einst weitgerühmten Gartens ist nichts mehr erhalten; lediglich die in der Orangerie aufgestellten Marmorbüsten der Oranier von der Hand des Franz (Francois) Dieussart finden sich heute im Park von Sanssouci. Der obenstehende Plan des Lustgartens stellt den Versuch einer Rekonstruktion dar.

 

zuletzt bearbeit am 31.05.2007