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Die Klever Straßennamen und ihre Geschichte

Schlossstrasse

(Straßen- ) Verbindungen: Dr.-Heinz-Will-Platz, Große Straße, Fischmarkt, Reitbahn,  Schloßberg, Schloßtorstraße

 

aus: Ernst Hannen - Ich denke oft an Cleve - Erinnerungen mit alten Ansichtskarten (Kleve, Janßen-Druck GmbH, 1994)

In Richtung obere Schloßstraße, ein Blick vom unteren Burgberg aus.

Im Vordergrund links das Haus des Städtischen Musikdirektors Heinrich Briefs. Dann folgt, damals auch weit über Kleve hinaus bekannt und sich zu den sechs bedeutendsten Gasthöfen dieser Stadt zählend, das „Hotel Holtzem". Die Geschichte des Gasthofes reicht unter dem Namen „Laferriere" bis zur Mitte des 19ten Jahrhunderts zurück. Nach Theodor Sievert war schon vor dem Ersten Weltkrieg Gustav Hunziger neuer Eigentümer des Hotels geworden. Vor dem Hotel, die Einfahrt zur Remise im alten Marstall.

Das Haus, im Jahre 1919 zunächst als private und von 1925 an als staatlich anerkannte Haushaltungsschule eingerichtet, dürfte vielen alten Klevern unter dem Namen „Jungmädchenheim" noch bis heute in Erinnerung geblieben sein.

Ein Haus weiter nach unten und von dieser Warte aus auch noch zu erkennen, das Haus des Schreinermeisters Theodor Mülder. Sein Möbelgeschäft wurde später von seinem Sohn Franz Mülder weitergeführt. (1)

 

Die Schloßstraße, von der Reitbahn (um 1930) - Friedrich Gorissen: Kleve so wie es war (Düsseldorf, Droste Verlag GmbH, 1977)

Die Schloßstraße, von der Reitbahn (um 1930)

 

Die Schloßstraße: Rechts steigt der Burgberg an, links senkt Sie sich zum Mitteltor und man befindet sich in der Innenstadt am Fischmarkt. "Links ist das einst offene Geviert der Reitbahn überbaut. Einst reichte die geschlossene Bebauung der Schloßstraße nur bis zum Knick." (2)  Rechts bilden die zwei- und dreistöckigen Häuser die Obergeschosse der Schloßtorstraße. 

"Die Schloßstraße war der Weg, der von der Altstadt zur Burg, aber auch darüber hinaus - über den (Prinzenhof) - zur Heerstraße führte." (3) Die erste Erwähnung des Namens aus dem Jahre 1439 lautete sinngemäß "Burgstraße". (4) "Da die Burg auch nach dem wechselnden Sprachgebrauch het huis (15. - 17. Jh.), het hof (17. - 18. Jh.) und endlich seit dem 18. Jh. auch Schloß genannt wurde, so finden sich denn auch die entsprechenden Straßennamenformen Huisse straat, Hofse straat und Schloßstraße in mannigfachen Abwandlungen und - im Falle der Huisse straat - recht eigenwilligen Verballhornungen." (5) 

Die Straße wird gleichaltrig mit dem Schloß sein. (6) 

Die Fläche, die ursprünglich zum Schloßbereich gehört hatte, wurde vom Fiskus um 1770 veräußert. Der damalige Bürgermeister von Kleve, Hofrat von Oven, erwarb um 1776 das ganze Grundstück mit den aufstehenden Gebäuden, wie z. B. Stallungen. Er errichtete einen "prachtvollen Neubau mit gediegener Inneneinrichtung" (7) "In der Familie von Oven blieb der schöne Besitz bis etwa 1845. Um diese Zeit kaufte ihn der Wirt Theodor Laferrière und führte dort Jahre lang den nach ihm benannten Gasthof. ... Die nachfolgenden Besitzer waren Holtzem, Sievert und Hunzinger. Von letzterem ging das Anwesen in den Besitz des Jungmädchenheims über und zwar 1919/1920." (8) 

Die Schloßstraße weist heute eine geschlossene Bebauung auf. Aber auch hier blieb nach den Luftangriffen am Ende des Zweiten Weltkriegs kein Stein auf dem anderen. Leider sind anschließend die Bausünden der Wiederaufbaujahre an diesem Straßenzug nicht vorbeigegangen. Das Fotohaus Dommers, an der Ecke zur Großen Straße, ist mit seiner Aluminiumfassade dabei nur das prägnanteste architektonische Missgeschick. Das Schicksal des Nachbarhauses zur Rechten ist noch ungewiss: Bis heute wurde nur die erste Etage wieder aufgebaut.

aus: Klever Heimatkalender für das Jahr 1981, Friedrich Stricker "Aus Kleves dunkelster Zeit", Seite 167, Boss-Verlag, Kleve, 1980

Die Schloßstraße von der Großen Straße in Richtung Burg fotografiert. Die Trümmerwüste zeigt, dass die Fotografie kurz nach der Zerstörung Kleves im Jahr 1945 (?) entstanden sein muss.

aus: Klever Heimatkalender für das Jahr 1981, Friedrich Stricker "Aus Kleves dunkelster Zeit", Seite 167, Boss-Verlag, Kleve, 1980

 

Fußnoten:

1) Ernst Hannen: "Ich denke oft an Cleve - Erinnerungen mit alten Ansichtskarten", Seite 88, Janßen-Druck GmbH, Kleve, 1994

2) Friedrich Gorissen: "Kleve so wie es war", Seite 60, Droste-Verlag GmbH, Düsseldorf, 1977

3) Friedrich Gorissen: "Historische Topographie der Stadt Kleve", Seiten 106 u. 107, Boss-Verlag, Kleve, 1992

4) siehe 3)

5) siehe 3)

6) Gerhard Hunscheidt: "Die Clever Straßennahmen und ihre Geschichte nach archivalischen und anderen Quellen", Seiten 110 bis 112, Verlag von Frau Boß Ww., Kleve, 1925

7) siehe 6)

 

Fotografien von der Schloßstraße (25. März 2002)

 

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Die Schloßstraße - Blick in Richtung Innenstadt und  in Richtung Dr.-Heinz-Will-Platz

zuletzt bearbeit am 29.01.2005