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Die
Klever Straßennamen und ihre Geschichte
Wasserstrasse
(Straßen-)
Verbindungen: Bleichen, Bleichenberg,
Gasthausstraße, Gerwin, Große
Straße, Königsgarten, Lohstätte, Schloßtorstraße |

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Burg
und Altstadt von Ost, 1653
Am
Wasser von links: der Pulverturm (9) mit der Holzbrücke,
die Wassermühle, das Wassertor (16) und das Weyersche
Haus.
3.
Tafel aus 122
Kupfer,
408 x 545 mm
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Sie dem Link
und erfahren Sie mehr über den Stadtprospekt aus dem
Jahr 1653. |

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Pieter
Jan van Liender (Utrecht 1727 - 1779): Der nördliche
Teil des Ostflügels der Burg mit dem Wassertor, 1752
(Ausschnitt), Federzeichnung in Grau, 185 x 245 mm,
Kleve, Museum Kurhaus |

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Bauinspektor
H. Brix: Grundriß
der Schwanenburg, 1785 (Ausschnitt), aquarellierte
Federzeichnung, 365 x 456 mm, Kleve, Museum Kurhaus
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"Den
>Blick von der
weißen Brücke< auf die gut bestückte Ruderauswahl des Boothauses Scho
zeigt diese relativ häufige, aber dennoch sehr reizvolle Aussicht. Im
Hintergrund ein vielen Klevern aus der Vorkriegszeit noch gut bekanntes Haus,
die Villa des Bauunternehmers Kleindorp, ein Schmuckstück des Kermisdahlufers."
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"Was wäre eine
Kahnpartie auf dem Kermisdahl ohne gemütliche Rast im Bootshaus Scho, von
dessen Terrasse wir hier auf die Wasserstraße und den Burgberg blicken."
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Im unteren
Bildteil erkennt man die Zerstörungen
im Bereich der Wasserstraße. Wenige Objekte überstanden das Bombardement. Als
Orientierungshilfe mag das schmale Haus in der Mitte dienen. Es steht im
renovierten Zustand noch heute. Links davon befindet sich die
Stadtbücherei. |
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"Die Wasserstraße schließt
das Gelände zwischen dem nordöstlichen Hang des Burgberges und dem Stadtwasser
auf. Dieses Gelände liegt namentlich östlich der Straße sehr niedrig und
wäre somit dem alljährlichen Hochwasser ausgesetzt gewesen, hätte nicht der
Deich geschützt... . Überdies verband die Straße die Altstadt mit der
Burgmühle und war somit auch Mühlenweg. Dieser Umstand erklärt die
eigenartige Doppelbenennung der Straße um die Wende des 15. und in der ersten
Hälfte des 16. Jhs.. Während nämlich noch im 15. Jh. allein der Name
Mühlenstraße gebraucht wird, begegnet zu Beginn des 16. Jhs. erstmalig der
heutige Name. ... Bis zum Ende des 14. Jhs. ist die Wassermühle am Burgberg die
einzige Mühle und vor allen Dingen ist sie die älteste Mühle im Raume der
Stadt (die Heideberger Mühle lag ja ein ziemliches Stück vor dem Heideberger
Tor). Dann wird die Windmühle auf der Stadtmauer erbaut. ... Während die
Wassermühle, fortan nur noch als Malzmühle gebraucht, mehr und mehr an
Bedeutung verliert, um endlich im 17. Jh. ganz niedergelegt zu werden. Die
Straße aus der Stadt zur Burgmühle ist jetzt nicht mehr so sehr ein Mühlenweg
als die Verbindung zum Stadtwasser und zur
Bleiche. Nur so konnte sich der Name der
Wasserstraße
und des Wassertores entwickeln." (3)
Hunscheid erwähnt, dass der Name
sich nach "einem alten
Rheinlauf, der früher am Kermisdahlhang vorbeifloss
und den Fuß des Hertenberg umspülte (ableitet). Am Auslaufe des letzteren in
die Niederung soll dann dieser Rhein sich geteilt haben, ein Teil, die Waal, sei
am Höhenzug nach Donsbrüggen, Wyler und nach Nimwegen hin geflossen, ein
anderer Teil dagegen, der sich ungefähr auf dem Grundstücke der jetzigen
Minoritenkirche abgetrennt habe, sei durch die Spyck nach Elten zu geflossen.
Dieser Arm habe sich dann in der Nähe von Nellewardje wieder geteilt. Ein Arm,
der heutige Tweestrom sei nach Rindern geflossen, und der andere Arm habe das
ursprüngliche Bett des heutigen Spoykanals gebildet." (4;
dort auch Anm.)
Die Bebauung der Wasserstraße ging
von der Stadtmitte aus. Bis zum Gerwin wurden Wohnhäuser, darüber hinaus
überwiegend Wirtschaftsgebäude, wie z. B. Ställe, errichtet. Die Objekte
stießen an die Stadtmauer
bzw. an die Burgringmauer an. Erste Hinweise für eine Bebauung finden sich
lt. Gorissen bereits Anfang des 14. Jh.. (5)
"Die Häuserverzeichnisse von
1748 bis 1831 weisen eine Anzahl jüdischer Familien in der Wasserstraße
wohnhaft auf, darunter als Schutzjuden auch die bekannte Familie Gombertz oder
Gomperts. Die Nähe des Wassers und der Beruf als Gerber oder Häutehändler
scheint für das Wohnen jüdischer Bürger in jenem Stadtteil mitbestimmend
gewesen zu sein. So findet man dann auch die ältere Synagoge nicht weit davon,
im mittleren Teil des Gerwin, der zur Wasserstraße hinunterführt." (6)
Das Haus des Rabbiners aus dem Jahr 1680 lag
nicht weit davon entfernt und zwar in der Nähe der Poortkamer. (7)
"Auch sonstige in der Klever
Geschichte bekannte Familien hatten in der Wasserstraße ihren Wohnsitz, so eine
Familie Criminalrat und Fiskal van Oven, Geh. Reg. Rat von Motzfeldt, Dr. med.
de Vries und andere mehr." (8)
Am anderen Ende der Wasserstraße in
der Nähe der sog. "Weißen Brücke" (heute: "Worcester-Brücke")
hat der Maurermeister Friedrich Kleindorp (1804 - 1875) in den vierziger Jahren
des 19. Jh. "einen Bauhof übernommen und zu einem Großbetrieb entwickelt,
der in den Jahrzehnten der katholischen Renaissance die neogotischen Kirchen des
Klever Landes erbaute... . Auf dem versumpften Gelände vor der alten
Stadtmauer, bis wohin einst die Wasserfläche des Altrheins gereicht hatte,
erstand der neue Bauhof mit der Villa. Der Architekt Franz Kleindorp (1881 -
1937) war der Wiederbegründer der Klever Kunstvereinigung, die im Jahre 1907 im
neuen großen Atelierhaus ihre zweite Ausstellung ausrichtete." (9)
In Innenstadtnähe weist die
Wasserstraße nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wieder eine
durchgehende Bebauung auf. Beim Objekt vis à vis der Einmündung der
Gasthausstraße fehlt immer noch die Errichtung des Ober- und
Dachgeschosses.
In den letzten Jahren wurden entlang der Burgmauer, die in
Teilabschnitten noch gut zu erkennen ist, neue Mehrfamilienhäuser errichtet.
Ein Provisorium ist der Parkplatz hinter der Stadthalle und die daran
anschließenden Garagenbauten - hier besteht dringender Handlungsbedarf!
Eine Verkehrsberuhigung einhergehend mit einer neuen
einheitlichen Bepflasterung der Straße sowie der Bürgersteige bis zur
Worcester-Brücke - am besten in Verbindung mit einer alleeartigen Bepflanzung -
würde die Besucher der Innenstadt in das landschaftliche reizvolle
Kermisdahlgelände locken. Gastronomie und Freizeiteinrichtungen sollten davon
profitieren. Nach einer Ruhephase kann der Besucher über verschiedene Wege in
Richtung Oberstadt spazieren und sich dort z. B. wieder in den Einkaufstrubel
stürzen ...
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Fußnoten:
1) aus: Klaus Radermacher - "Bad Cleve in Photographien um die Jahrhundertwende",
Seite 80, Boss-Verlag, Kleve, 1985
2) aus: Klaus Radermacher - " Bad Cleve in Photographien um die Jahrhundertwende",
Seite 83, Boss-Verlag, Kleve, 1985
3) Friedrich Gorissen:
"Historische Topographie der Stadt Kleve", Seite 91, Boss-Verlag,
Kleve, 1992
4) Gerhard
Hunscheidt: "Die
Clever Straßennahmen und ihre Geschichte nach archivalischen und anderen
Quellen", Seiten 128 bis 130, Verlag von Frau Boß Ww., Kleve, 1925; Anm.:
"Da es jetzt nach den gründlichen geologischen bzw.
siedlungsgeschichtlichen Untersuchungen von Braun und Gorissen feststeht, "dass
seit tausenden von Jahren zwischen Rindern und Kleve kein Rhein geflossen sein
kann""... - Zitat aus dem Klever Heimatkalender von 1981, Jan-Wellem
Euwens "Grundsätzliches über die Düffel", Seite 83, Boss-Verlag,
Kleve, 1980
5) siehe 3)
6) siehe 4)
7) siehe 4)
8) siehe 4)
9) Friedrich Gorissen: "Kleve
so wie es war", Seite 25, Droste-Verlag GmbH, Düsseldorf, 1977
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Die Grundstücke des Elias
Gompertz sind schraffiert. Die Hausnummern sind die aus dem Jahre 1830.
aus: Kalender für das
Klever Land für das Jahr 1981, Friedrich Gorissen - "Klevischer
Klassizismus" (Auszug), Kleve 1980, S. 186
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Haus
Gompertz
"... Er (Elias
Gompertz) wird wohl um diese Zeit nach Kleve übergesiedelt
sein, wo seine Nachkommenschaft bis ins 19. Jh. lebte. Das Haus, worin im
Jahre 1673 mit großem Pomp die Hochzeit seines Sohnes Cosman mit Zipora
Hameln (Passwortgeschützter
Bereich) gefeiert und mit dem Besuch des Kurprinzen und des Statthalters
beehrt und dessen reiche Ausstattung bei dieser Gelegenheit gerühmt
wurde, war der von Elias Gompertz errichtete Neubau. Er muss spätestens
1671 vollendet gewesen sein, weil die diesem Haus annexe und
wahrscheinlich gleichzeitig (gewiss aber nicht früher) erbaute Synagoge
im Gerwin einen Stein mit dem Gründungsdatum 5431 (= 1670/71) getragen
hat.
Das Areal, das Elias Gomperts - wohl erst
in den sechziger Jahren - zusammengekauft hat, nahm den größten Teil des
von den beiden Gerwinarmen umschlossenen Baublocks ein; nur die drei
obersten Parzellen mit ihren Scheuern blieben weiterhin mit den an der Großen
Straße (unterhalb der Gerwin - Einmündung) gelegenen Haupthäusern verbunden. Die Front an der Wasserstraße
betrug etwa 40, die Tiefe etwa 50 m. Das eigentliche Palais war ein zur
Wasserstraße hin offenes Geviert. Beiderseits des etwa 20 m tiefen
Innenhofes lagen die Flügel; aus dem Mittelbau ging man über einen Hof
in die geräumige Synagoge. Für die Rekonstruktion der Anlage
sind wir allein auf den Katasterplan und die Häuserlisten angewiesen;
vielleicht bot die enge Wasserstraße nicht genügend Abstand zur
bildlichen Erfassung des ganzen Komplexes.
Nach dem Tode des Elias (+1684) erfolgte
die erste Teilung des Blocks. Jacob erhielt das Haupthaus mitsamt der
Synagoge, Moses das Nebenhaus an der Wasserstraße nächst einer
aufgelassenen Gasse. Jacob verschrieb sein Haus am 26. Juli 1739 seinem
Sohn Philipp Jacob als Heiratsgut. Als dieser es 1767 verkaufte, wurde die
Synagoge ausgeschieden. Dann wechseln die Besitzer in rascher Folge."
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Fotografien von der
Wasserstraße (10. Juni 2002)
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| Die Einmündung der Wasserstraße in die Große Straße |
Nur bis zur 1. Etage wieder aufgebaut. |
Der Ausblick auf die Schwanenburg wird durch die
hässliche "Fassade" verunziert! |
Die Einmündung des Gerwins in die Wasserstraße |
Hier muss das Anwesen der Familie Gompertz gestanden haben ... |

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| Weinhandlung Peters |
Die Burgmauer |
Ein Blick in die Wasserstraße in Richtung Innenstadt auf Höhe der Stadthalle |

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| Neu errichtete Mehrfamilienhäuser lehnen sich an der Burgmauer an. |
Nur wenige Objekte überstanden die Bombardierung. |
Die Stadtbücherei |
Ein Kleinod errichtet im Winkel zwischen Wasserstraße und Bleichen. |

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| Die Worcester-Brücke |
Blick auf die Schwanenburg |
Einmündung des Bleichenbergs in die Wasserstraße |
Cafè Königsgarten |
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