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Voltaire über
Kleve, 1750:
"Die natürlichen
Reize dieses
sehr schönen Orts, die sich aus seiner Lage ergeben, sind durch
kunstvolle Anlagen noch erhöht worden. Die Fernsicht ist dem Ausblick,
den man in Meudon hat überlegen. Das Gelände ist bepflanzt wie die
Champs Elysées und der Bois de Bologne. Eine sanft abfallende Hügelkette
ist mit Alleen überzogen. Ein großes Becken nimmt die Wasser dieser Hügel
auf. In der Mitte des Beckens erhebt sich eine Statue der Minerva. Das
Wasser des ersten Beckens wird aufgefangen in einem zweiten und von dort
in ein drittes Becken geleitet. Den Fuß des Hügels schließt eine
Kaskade ab, die in einem Halbrund einer großen Grotte angebracht ist.
Das Wasser der Kaskade fällt herab in einem Kanal, der eine weite Ebene
bewässert und sich dann mit einem Rheinarm verbindet. Aber ich als
Historiograph sage Euch nur, dass ein gewisser Prinz Mauritz von
Nassau, zu seinen Lebzeiten Gouverneur dieser schönen Solitude,
hier fast alle diese Wunder schuf. Er ließ sich inmitten der
Waldungen bestatten in einem großen Ungetüm von eisernem
Grabmal, das umgeben ist von den allerprimitivsten Reliefs aus der
Zeit der Dekadenz des römischen Imperiums und von einigen
gotischen Monumenten, die noch plumper sind. Aber das Ganze
wäre etwas Respektables für diese tiefgründigen Geister, die
beim Anblick eines schlecht behauenen Steins in Ekstase fallen,
sofern er nur zweitausend Jahre alt ist. Das Wasser indessen ist
ebenso gut wie dasjenige von Spaa und Forges, und man kann die
kleinen Eisenatome an keinem schöneren Ort
hinunterschlürfen." |